Der Offene Gewerkschaftliche Gesprächskreis ist eine Gruppe 
von linken Gewerkschafter/innen und trifft sich 
jeden zweiten Montag im Monat 
um 18:00 Uhr
im Kieler Gewerkschaftshaus.


„Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen!“

 

1. Mai 2010 – viele Gründe zum Demonstrieren!

Der 1. Mai ist ein internationaler Tag um für die Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter, Angestellten, Arbeitslosen und Senioren auf die Straße zu gehen. Es begann am 1. Mai 1886 mit einem Generalstreik zur Durchsetzung des 8-Stunden-Tages durch die nordamerikanische Arbeiterbewegung. Seit 1890 wird der 1.Mai auf der ganzen Welt als Tag der Arbeit gefeiert. Heute kann er als großer Erfolg für die Gewerkschaften betrachtet werden. Denn es hat sich gezeigt, wenn wir für unsere Ziele gemeinsam kämpfen, können wir etwas erreichen. 

 

Ein solcher Kampf ist zurzeit besonders notwendig. Die Bewältigung der größten Finanz -und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren soll im Interesse der ökonomischen und politischen Eliten in den kommenden Jahren durch einen umfassenden Sozialabbau erfolgen. Das bedeutet möglicherweise den Umbau des Gesundheitssystems, die Erhöhung des Renteneintrittsalters, Einsparungen im Bereich der sozialen Infrastruktur (Schließung von Schwimmbädern, Büchereien und Theater) und die weitere Privatisierung öffentlicher Einrichtungen (Krankenhäuser, öffentlicher Nahverkehr, Bahn etc.). Neben der steigenden Arbeitslosigkeit sind der Ausbau von Leih- und Kurzarbeit sowie die Ausweitung des Niedriglohnsektors absehbar. Die drastische Ausweitung der befristeten Arbeitsverhältnisse untergräbt schon heute den Kündigungsschutz. 

 

Von den Politikern, den meisten Medien und Wirtschaftswissenschaftlern wird uns erklärt, dieser Weg sei alternativlos. Wir sollen hinnehmen, dass das Volk die Zeche für die Krise zahlt, während an den Banken wieder mit hohen Gewinnen gezockt wird und an den Börsen die nächsten Blasen produziert werden.Bedauerlicherweise stößt diese Politik auf wenig Widerstand. Es ist weitgehend Ruhe im Land. Ohnmachtsgefühle und der Glaube an die propagierte Alternativlosigkeit scheinen wichtige Faktoren dafür zu sein. 

 

In dieser Situation ist ein breites Bündnis fortschrittlicher gesellschaftlicher Kräfte notwendig, um sich gegen den Sozialabbau zu wehren und Alternativen dazu zu entwickeln. Zu solchen Kräften gehören die Gewerkschaften, soziale Bewegungen, Teile der Kirchen und Sozialverbände und viele mehr. 

 

Ein wesentliches Ziel des Offenen Gewerkschaftlichen Gesprächskreises ist es, über solche Bündnisse und ihre Inhalte in Kiel und Umgebung nachzudenken und sie möglichst auch zu initiieren. Dabei geht es auch darum, politische Forderungen zu stellen, die nicht nur den Sozialabbau verhindern, sondern ein besseres Leben ermöglichen. Dazu gehören unter anderem:

  • Eine solidarische Bürgerversicherung im Gesundheitswesen kontra Kopfpauschale
  • Mindestlöhne kontra Hungerlöhne im Niedriglohnsektor
  • Eine bedingungslose armutsfeste Grundsicherung kontra Hartz IV
  • Rente mit 60 und Verkürzung der Lebensarbeitszeit kontra Rente mit 67
  • Arbeitszeitverkürzung und „Fairteilung“ der Arbeit kontra Arbeitslosigkeit
  • Gleiche Löhne und gleiche Rechte für Frauen kontra Benachteiligungen von Frauen

Unsere sozialen Rechte können durch Veränderungen im Steuer- und Gesundheitssystem finanziert werden. Dies geht nur mit einer erheblichen Umverteilung von oben nach unten. Aber das kriegen wir nicht geschenkt!

 

Lasst uns Bündnisse schmieden und Proteste organisieren!


 

 

Wir laden ein zur einer Veranstaltung zum Thema:

Die Krise und der Widerstand gegen den Sozialabbau

- Diskussion notwendiger Perspektiven für Gewerkschaften und soziale Bewegungen –

 Montag, 14. Mai um 18.00 Uhr im Kieler Gewerkschaftshaus 
(5. Etg., Konferenzraum Andreas Gayk, Legienstraße. 22)

Unsere Veranstaltung richtet sich an alle, 
die sich gegen den Sozialabbau wehren wollen und bessere Perspektiven suchen.

 

NEWS


Der 1. Mai 2010 in Kiel startet nun leider doch nicht auf dem Vinetaplatz in Gaarden. Der verdi-Bezirk Kiel/Plön hatte sich dafür eingesetzt mit der diesjährigen Demonstration eine Brücke zu schlagen zwischen dem traditionellen Arbeiterstadtteil Gaarden mit seinem hohen Anteil (34%) von ausländischen MitbürgerInnen und dem Kieler Gewerkschaftshaus. Gut gepasst hätte hier auch die vorgeschlagene Auftaktrede zur Situation bei ven Werften. Auf dem letzten Mai-Ausschuss des DGB wurde dies von den anderen Gewerkschaften verworfen, angeblich weil es in dem Stadtteil gar nicht mehr so viele Arbeiter gäbe. Eine sehr fragwürdige Ansicht, denn zählen Ausländer und Arbeitslose nicht zur Arbeiterklasse? Die Demo zum 1. Mai startet also wie gehabt auf dem Wilhelmplatz und bewegt sich durch leere Straßen und Stadtteile der Mittelklasse. Immerhin sollen aber dieses Jahr RednerInnen aus den Betrieben zu Wort kommen. Die von der Entlassung bedrohten ausgegliederten KN-Mitarbeiter in der Fa. TABEL haben schon einen Redebeitrag angekündigt. Weitere folgen evtl. von Lindenau, Post und Öffentlichem Dienst. Darüberhinaus soll es einen Beitrag von der GEW zur Bildungsmisere, zur Finanzmarktkrise und zu den Erwerbslosen geben. Das diesjährige Motto des 1.Mai „Wir gehen vor! Gute Arbeit, gerechte Löhne, starker Sozialstaat“ muss auf der Demo noch eine eindeutige Richtung gegen Sozialabbau und Lohnraub mit kämpferischen Forderungen gegeben werden, nach der Devise „Wir zahlen nicht für eure Krise!“


uws

Über uns:

Ein wesentliches Ziel des Offenen gewerkschaftlichen Gesprächskreises ist es, über breite Bündnisse zwischen Gewerkschaften und anderen Kräften der sozialen Bewebung und ihre Inhalte, in Kiel und Umgebung nachzudenken und sie möglichst auch zu initiieren. Dabei geht es auch darum, sozialpolitische Forderungen zu stellen, die nicht nur den Sozialabbau verhindern, sondern ein besseres Leben ermöglichen. Dazu gehören unter anderem:

  • Eine solidarische Bürgerversicherung im Gesundheitswesen – kontra Kopfpauschale
  • Mindestlöhne – kontra Hungerlöhne im Niedriglohnsektor
  • Eine bedingungslose armutsfeste Grundsicherung – kontra Hartz IV
  • Rente mit 60 und Verkürzung der Lebensarbeitszeit – kontra Rente mit 67
  • Arbeitszeitverkürzung und „Fairteilung“ der Arbeit  – kontra Arbeitslosigkeit
  • Gleiche Löhne und gleiche Rechte für Frauen – kontra Benachteiligungen von Frauen

Grundsätzlich ist die Finanzierung solcher Reformen durch Veränderungen im Steuer- und Gesundheitssystem möglich. Sie würden allerdings mit einer erheblichen Umverteilung von oben nach unten einhergehen. Das kriegen wir nicht geschenkt!

Lasst uns Bündnisse schmieden und Proteste organisieren!

 

 Kontakt: Uwe Stahl, Tel. 0431/32 80 37, E-Mail: uwestahl@t-online.de